SPD Schenkenländchen für Gymnasiale Oberstufe in Groß Köris
Unseren Kindern eine Perspektive geben


Noch nie waren wir in unserem Landkreis dem Ziel so nahe, auch den Kindern in der Mitte des Kreisgebietes ein attraktives Bildungsangebot und vor allem aber einen sicheren und kurzen Schulweg anzubieten, wie wir es sonst nur in Lübben und Königs Wusterhausen vorfinden. Gemeint ist hier die vom Kreistag einstimmig beschlossene aber von der Verwaltung kritisch gesehene Einrichtung einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in der Gemeinde Groß Köris.

Man sollte meinen, dass der mehrfach gefasste Beschluss des Kreistages bindend ist – in diesem konkreten Fall scheint das aber offensichtlich nicht zuzutreffen. Als SPD Ortsverein im Schenkenländchen sind wir nicht nur enttäuscht, sondern entsetzt, wie der unselige Streit für ein Gymnasium im ländlichen Raum auf dem „Rücken unserer Kinder“ ausgetragen wird. Natürlich soll man sich nicht bei der Abwägung vom „Wunschdenken“ leiten lassen – zum „vernünftigen Handwerk“ gehört aber auch, die von der Gemeinde vorgelegten Zahlen unvoreingenommen prüfen zu wollen.

Es ist eben nicht richtig, dass für eine Genehmigung des Schulentwicklungsplanes durch das Ministeriums, wie im Artikel der MAZ „Tauziehen um neue Abiklassen“ vom 19. Januar dargestellt, vier siebte Klassen Voraussetzung sind. Diese Aussage trifft für den Schulstandort in Groß Köris nicht zu. Die sogenannte Drittelregelung, die zu einer Vierzügigkeit führt, ist erst bei Überschreitung der Kapazität einer Schule anzuwenden, wie bereits unlängst der ehemalige Leiter des Schulamtes Herr Weiß im Kreistag richtigstellte. Groß Köris muss eine Zweizügigkeit in der Sekundarstufe 1 mit je 27 Schülern und eine Zweizügigkeit in der Sekundarstufe 2 mit je 20 Schülern sicherstellen.

Eine Besonderheit der Köriser Schule besteht unter anderem darin, dass abweichend vom Landesdurchschnitt eine wesentlich höhere Quote von Schülern (61,4 %) mit einer gymnasialen Empfehlung erreicht wird und damit die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe von mindestens 40 Schülern aus dem Aufkommen des Einzugsgebietes sicher eingehalten werden kann. Weit hergeholt scheint nunmehr das Argument, dass das Gymnasium in Lübben gefährdet sei, nachdem die Fraktion SPD/Wir für KW in ihrer Stadtverordnetenversammlung betont hat, dass die Gesamtschulpläne in Königs Wusterhausen nicht von einer Entscheidung für Groß Köris betroffen sind.

Die Aussage der dortigen Fraktion ist insofern bemerkenswert, da die Bewertung von Überkapazitäten zuerst im eigenen Zuständigkeitsbereich vorzunehmen ist (KW/Zeuthen/Eichwalde). Ungeachtet dessen, dass nur ein sehr geringer Anteil an Schülern aus dem Schenkenländchen das Lübbener Gymnasium anwählt, sollte zunächst untersucht werden, warum aus dem Lübbener Einzugsgebiet eine erhebliche Anzahl von Schülern nicht das eigene Gymnasium anwählt, sondern in benachbarte Landkreise wechselt.

Unser dringender Appell richtet sich an die Verwaltung unseres Landkreises, alsbald den Schulentwicklungsplan im Sinne einer Entscheidung für eine GOST in Groß Köris zu ändern und dafür bereits beim geplanten Fachgespräch im Ministerium zu werben. Dies würde im Gegensatz zur bisherigen Verfahrensweise in der Schülerbeförderung zur erheblichen Verbesserungen führen und lange Fahrwege für unsere Kinder vermeiden. Unser Landrat möge dafür Sorge tragen, dass der Beschluss und politische Wille des Kreistages umgesetzt wird. Die Bildung unserer Kinder und ein sicherer Schulweg sollten uns allen besonders am Herzen liegen.

SPD Ortsverein Schenkenländchen

Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Schenkenländchen fordert von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, auf die Kontogebühr von 2,50 Euro monatlich bei Beziehern geringer Einkommen zu verzichten, teilte der Vorsitzende Bernd-Axel Lindenlaub heute mit. Sie solle vielmehr ihrem historischen und moralischen Auftrag gerecht werden und gerade denen, die geringe Einkommen haben, dieses nicht auch noch schmälern. Wer seine paar Euro für Investitionen zur Verfügung stellt, sollte dafür nicht auch noch Gebühren zahlen müssen.

Die Sparkassen wurden im 19. Jahrhundert gegründet, um weniger finanzstarken Bevölkerungsschichten die Möglichkeit zu geben, kleine Geldbeträge anzulegen und solide verwalten zu lassen. Sie haben sich selbst einen sozialen Auftrag erteilt. Nun plant die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS), gerade die Kleinstverdiener und Rentner mit einem monatlichen Zahlungseingang von unter 1200 Euro zur Kasse zu bitten. 30 Euro im Jahr mögen einem zunächst als Peanuts erscheinen, können aber bei geringem Einkommen sehr wehtun. Es ist bekannt, dass die MBS im vergangenen Jahr erhebliche Gewinne erzielt hat, so viel, dass sie unter anderem die Weber Bank AG, ein Institut mit einer sehr wohlhabenden Klientel, gekauft hat. Es stellt sich die Frage, ob sie diese Investition nun ausgerechnet mit den kleinen Konten der Geringverdiener ausgleichen möchte.